Wasserwacht Bodenwöhr hilft mit Lebensmittel

Wir sind eine der 16 ehrenamtlichen Wasserwacht Ortsgruppen der Kreis-Wasserwacht Schwandorf. Das Einsatzgebiet unserer mobilen Schnelleinsatzgruppe ist das gesamte Oberpfälzer Seenland, manchmal auch Landkreis übergreifend. Dazu werden die Einsatzkräfte über Funkmelde Empfänge (FME) durch die integrierte Leitstelle (ILS) in Amberg alarmiert. Vergleichbar wie die freiwilligen Feuerwehren stehen wir rund um die Uhr für Einsätze zur Verfügung. Die Wasserwacht Ortsgruppe Bodenwöhr verfügt dafür, über ein Wasserrettungsfahrzeug, ein Mannschaftstransportfahrzeug, einen Geräteanhänger mit Motorrettungsboot sowie ein weiteres Motorrettungsboot auf einem Trailer, mit dem wir die Einsätze zu denen wir gerufen werde, abarbeiten. Desweiteren sind wir fester Bestandteil des Wasserrettungszuges Niederbayern / Oberpfalz. Beim Jahrhunderthochwasser 2013 in Passau uns Fischerdorf, sowie in den eigenen Gefielden, war unsere Ortgruppe eine Woche lang im Dauereinsatz. In den Sommermonaten, vom 1. mai bis 15. September leisten wir zusätzlich den Wachdienst an einer Wachstation am Bodenwöhrer Hammersee.

Warum unterstützen wir den Strohhalm? Das ganze begann damit dass uns ein am Ort ansässiger, befreundeter Wirt, im Herbst vor vier Jahren überschüssige Waren geschenkt hat. Ich habe sie mit meinem Stellvertreter bei ihm abgeholt und dastanden wir dann, mit originalverpackten 10L Ketchup-, Senf- und Mayonnaise-Eimern und wussten nicht wohin damit. Verteilen unter den Mitgliedern war schwierig, da es auch nicht wirklich jemand brauchen konnte, vor allem nicht in diesen Mengen. Da war mein erster Gedanke das Ganze der Tafel zu spenden, denn wegwerfen war keine Option. Doch die Tafel hatte auf Nachfrage keine Verwendung dafür. Daraufhin habe ich weiter recherchiert und stieß auf den Strohhalm. Ein kurzes Telefonat sorgte für Klarheit, da wird die Ware gebraucht. Kurzum habe ich das Ganze eingeladen und bin mit ein paar Mitgliedern nach Regensburg zum Strohhalm gefahren. Nachdem alles abgegeben war, wurden wir ein wenig herumgeführt und zu einem Kaffee eingeladen. Ich persönlich und auch meine Kameraden, waren sehr beeindruckt von der Hingabe, mit der die ehrenamtlichen Mitarbeiter in dieser Institution tagtäglich für Bedürftige da sind. Was uns alle aber am Meisten überwältigt hat, war die Dankbarkeit der Bedürftigen vor Ort. Als wir den Strohhalm zur Mittagszeit verließen, haben uns die Menschen, die vor der Theke standen auf die Schulter geklopft und so herzlich bedankt. Es fielen Sprüche wie “Gott schütze Euch””, “kommt immer sicher und gut nach Hause”. hinter uns. Das war ein Moment den man mit Worten nicht beschreiben kann. Wortlos stiegen wir draußen in unser Einsatzfahrzeug und fuhren wieder nach Hause. Während der Fahrt war es sehr ruhig im Fahrzeug. Jeder, der dabei war, war sehr nachdenklich und ja zum Teil sogar zu Tränen gerührt, über das was er unlängst gesehen und erlebt hatte. Blaues Licht in einer Toilette, für Drogengebeutelte, eine Dusche für die Obdachlosen. Jeder wusste man hat doch alles, kann aber von heute auf morgen, alles verlieren und dann ist man selbst in dieser Situation. Das alles hat auch noch lange nach dem ersten Besuch, für Gespräche gesorgt. Allen war aber klar, etwas wirklich gutes getan zu haben. Von da an wurde der “Strohhalm” für einige meiner Einsatzkräfte und natürlich auch für mich selbst, zur Herzensangelegenheit. Wir alle haben das gewisse “Helfersyndrom”. Wir helfen in unserer ehrenamtlichen Tätigkeit Menschen, die in Not geraten sind. Aber zweimal im Jahr helfen wir auch gerne da, wo eine warme Mahlzeit, ein offenes Ohr und eine helfende Hand ein klein wenig Hoffnung in das Leben dieser Bedürftigen bringt. Text: Thomas Grimm)

v. l. Thomas Grimm, Wasserwacht Bodenwöhr, Josef Troidl, Strohhalm